Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn

22.05.2019

Zwei Jahre nach seiner schonungslosen Diagnose ‚Aus, Amen, Ende?‘, mit der er auch in Böblingen viel Resonanz erreichte, legt Thomas Frings nun sein neues Buch vor. Und wieder redet er Klartext: Glauben wird immer begründungspflichtiger, immer weniger selbstverständlich. Die Kirche steht und fällt damit, ob sie ihre Hoffnung plausibel machen kann.

Weil der Glaube an Jesus Christus in unserer Gesellschaft längst nur noch eine Option unter anderen ist, müsse er gut begründet sein, so Frings. Denn: "Wo der Glaube fragwürdig geworden ist, hilft es nicht, frühere Gewissheiten zu beschwören." Für seine Begründung hat er eine wohltuend alltagsnahe, handfeste Sprache gefunden, die Glauben und Zweifel nicht hinter frommen Worthülsen versteckt. Statt vermeintliche Gewissheiten zu referieren, erklärt er lieber, was Gott nicht ist. Zum Beispiel kein Gebetsautomat, in den man oben eine Bitte einwirft und unten wie bei einem Fahrkartenautomat eine Gebetserhörung herausbekommt. Gott funktioniert nicht – zumindest nicht so. Für Thomas Frings steht fest, dass Gott in dieser Welt wirkt, doch dieses Wirken lässt sich nicht so einfach beschreiben. "Wir können nicht erwarten, dass wir andere mit unserem Glauben oder gar Wundererzählungen logisch überzeugen", fasst er das Problem zusammen. "Zugleich müssen wir daran festhalten, dass etwas Unglaubliches Kern unseres Glaubens ist."